Spannung gesichert
Omnibus Magazin

Spannung gesichert

E-Mobilitäts-Gesamtsystem: Ladeinfrastruktur.

Wer den Stadtbus-Fuhrpark auf E-Mobilität umstellt, darf nicht allein an Elektrobusse denken. Ins Blickfeld rückt unter anderem die Stromversorgung. eMobility Consulting von Daimler Buses hilft.

Dieselbusse raus, Elektrobusse rein – schön wär’s. Aber auf Knopfdruck lässt sich die Betriebstankstelle nicht in eine Stromtankstelle verwandeln. Das wissen die eMobility- Consulting-Experten nur zu gut. Hier setzt das Team mit seinem Beratungsansatz an.

Nur zum Vergleich: Wer abends seinen Elektro-Pkw an die Steckdose in der Garage hängt, hat nach acht Stunden die Batterie eines Smart EQ Fortwo geladen. Ein Mercedes-Benz eCitaro mit 243 kWh Batteriekapazität müsste ca. 100 Stunden an der Haushaltssteckdose verbringen. Sie lädt mit 2,3 kW, für einen Fuhrpark mit 20 E-Bussen aber wären bis zu 3.000 kW erforderlich, drei Megawatt, denn ein eCitaro kann mit bis zu 150 kW geladen werden.

Der erste Schritt auf dem Weg zur Elektromobilität führt zum Netzbetreiber. Betriebshöfe von Verkehrsbetrieben liegen oft in Gewerbegebieten. Sie haben eine Spannungsversorgung von etwa 10 bis 20 kV mit Stromleitungen dick wie ein Oberschenkel. Doch wehe, daran hängt bereits ein Großverbraucher wie etwa eine Großbäckerei mit hohem Strombedarf in der Nacht. Dann ist eine stärkere Leitung nötig.

Und wie sieht es auf dem Betriebshof aus? Wohin mit den Ladesäulen, wie sollen die Elektrobusse stehen? Soll der Strom von oben zugeführt werden, um die Aufstellung zu vereinfachen und Rangierschäden zu vermeiden? Sind Extraspuren für schnelle Zwischenladungen notwendig, um eine Stromversorgung für Ladungen auf öffentlichen Straßen zu vermeiden?

Passende Infrastruktur für den eCitaro – von der Stromversorgung des Betriebshofs über die passende Ladetechnik bis zur maßgeschneiderten Ladestrategie für den einzelnen Omnibus.

Passende Infrastruktur für den eCitaro – von der Stromversorgung des Betriebshofs über die passende Ladetechnik bis zur maßgeschneiderten Ladestrategie für den einzelnen Omnibus.

Danach geht es zum Stromversorger. Wenn abends alle Stadtbusse gleichzeitig andocken, nehmen sie zunächst sehr viel Strom auf – Spitzenleistung zu Spitzentarifen. Also heißt es Leistungsspitzen kappen, denn nicht jeder Stadtbus startet zur gleichen Zeit. Nicht jeder rollt mit völlig leeren Batterien ins Depot. Und fortwährend maximale Ladeleistung strengt Batterien an. Für die Planung und Umsetzung von Ladeinfrastruktur heißt das: vom Ende her denken. Entscheidend ist, dass jeder Bus mit voller Batterie auf seine Linie geht und zuvor möglichst schonend geladen wird. Intelligente Ladesysteme kennen Abfahrtszeitpunkte und Routen. Sie tarieren alle Omnibusse aus, minimieren den maximalen Strombedarf. Eingerechnet wird sogar die Vorkonditionierung, wenn Fahrgastraum und Batterie kurz vor dem Start im Sommer vorgekühlt und im Winter vorgewärmt werden. EvoBus stellt den Verkehrsbetrieben und deren IT-Systemen hierfür die grundlegenden Fahrzeugdaten über ein Backend zur Verfügung. eMobility-Consulting unterstützt hierbei im Vorfeld von Beschaffungsmaßnahmen.

Auch nicht jedes Ladegerät verträgt sich perfekt mit jedem Elektrobus. Startet der Ladevorgang wie gewünscht, wird die notwendige Leistung erreicht, sind alle Sicherheitsfunktionen gewährleistet? Die Entwickler des eCitaro haben marktgängige Ladegeräte getestet und können hinsichtlich deren Kompatibilität Auskunft geben. Darüber hinaus liefert Mercedes-Benz den eCitaro auf Wunsch zusammen mit der notwendigen und speziell auf den Omnibus abgestimmten Ladeinfrastruktur. Das Angebotsportfolio für Ladeinfrastrukturlösungen wird gemeinsam mit Kooperationspartnern weiter ausgebaut.

Für das alles benötigen Verkehrsbetriebe Zeit, je nach den notwendigen Vorarbeiten und dem Umfang der Umstellung bis zu vier Jahre. Auf dem Weg zur Umstellung auf Elektromobilität unterstützen die Fachleute von eMobility-Consulting. Sie analysieren die betriebliche Machbarkeit und helfen bei der Auslegung der Ladeinfrastruktur. Bis der erste eCitaro leise und lokal emissionsfrei über die Straßen surrt. Das klappt bis dahin auch nicht auf Knopfdruck – aber wie am Schnürchen.

Passende Infrastruktur für den eCitaro – von der Stromversorgung des Betriebshofs über die passende Ladetechnik bis zur maßgeschneiderten Ladestrategie für den einzelnen Omnibus.