Batterie- und Ladetechnik
Der neue eCitaro

Batterie- und Ladetechnik

Ihrer Zeit voraus: Die Batterietechnik des eCitaro ist darauf ausgerichtet über einen langen Einsatzzeitraum, die systemrelevante Reichweite des eCitaro bestmöglich zu gewährleisten. Mit dem Ladestecker Combo 2 verfügt der eCitaro über eine Schnittstelle, die international anerkannt ist. Weitere Ladetechniken sind in Vorbereitung. 

Aufgrund seiner Bauart und des Einsatzes ist die Temperierung eines Stadtbusses sehr energieaufwändig. Das wirkt sich bei einem vollelektrischen Bus auf die Reichweite aus. Hier setzt das Thermomanagement des eCitaro an: Es minimiert beim Heizen und Kühlen den Energieverbrauch und sichert maximale Reichweite.

Bereits während der Ladung im Depot kann der Innenraum auf die gewünschte Temperatur vorkonditioniert werden. Sie kann in Abhängigkeit zur Außentemperatur gesteuert werden. Diese innovative Technologie führt zu einer Effizienzsteigerung von bis zu 40 Prozent. 

Der eCitaro ist ein vollständig ausgereifter Bus für den Einsatz im städtischen Nahverkehr. Um dies sicherzustellen, wurde der vollelektrische Omnibus harten Tests unterzogen. Bei Temperaturen von weniger als minus 15 Grad Celsius am Polarkreis und bei mehr als 30 Grad Celsius in der Sommerhitze Spaniens stellte er seine Serienreife unter Beweis. Zu den Wintertests zählten u. a. Fahrtests auf Fahrbahnen mit niedrigem Reibwert zur Überprüfung von Fahrdynamikregelsystemen und Rekuperation. Sommertests absolvierte der eCitaro im anstrengenden Stadtverkehr und bei steilen Auf- und Abfahrten in der Sierra Nevada.

Für einen besonders effektiven Einsatz des eCitaro empfiehlt sich im Zuge der Planung ein Blick auf Parameter wie Linienlänge, Fahrgastaufkommen und Durchschnittsgeschwindigkeit. Auch die Außentemperatur sollte dabei Berücksichtigung finden. Hier unterstützen die Fachleute von eMobility Consulting: Ein eigens entwickeltes Simulationsprogramm, welches das Systemverhalten des eCitaro unter realen Betriebsbedingungen abbildet, errechnet den Energiebedarf und simuliert verschiedene Nachladeszenarien mit dem Ziel, eine optimale Route ohne Zwischenladung darzustellen.

Vollelektrisch angetriebene Stadtbusse bringen durch ihre Batterien mehr Gewicht auf die Straße. Mercedes-Benz steuert mit einer durchdachten Gewichtsverteilung der Komponenten des eCitaro gegen. Das betrifft zum Beispiel die variable Position der Batteriemodule auf dem Dach und die Unterbringung der weiteren Batteriemodule im Heck. Hinzu kommt die Verwendung einer Vorderachse mit acht Tonnen zulässiger Achslast. Resultat ist eine praxisgerechte Fahrgastzahl von mindestens 88 Plätzen beim Solobus selbst bei einer umfangreichen Ausstattung. Die Berechnung basiert auf einem Leergewicht von 13,5 Tonnen und einer Zulassung mit dem jetzt in der EU zulässigen Gesamtgewicht von 19,5 Tonnen.

Ganz gleich, ob Solobus oder Gelenkbus, beide Modelle des eCitaro verfügen über einen identischen Antrieb mit 2 x 125 kW. Modular aufgebaut wie der Antrieb ist auch die Bestückung mit Batterien, wobei Lithium-Ionen Akkus verwendet werden. Wahlweise zwei, vier oder sechs Batteriemodule kommen auf dem Dach eines Solobusses zum Einsatz. Sie werden standardmäßig durch vier weitere Batteriemodule im Heck ergänzt. Jedes dieser Module setzt sich aus 15 Zellmodulen sowie einer Steuereinheit zusammen. Die einzelnen Zellmodule bestehen aus jeweils zwölf Batteriezellen. Die Gesamtkapazität der Batterien beträgt 243 kWh.

Dass der eCitaro kein standardisierter Stadtbus ist, sondern ein individuell konfigurierbarer Elektrobus der nächsten Generation, zeigt sich in seiner modular aufgebauten Antriebs- und Batterietechnik. Darüber hinaus ist die Technik des vollelektrischen Stadtbusses zukunftssicher: Da die Entwicklung der Batterietechnik derzeit mit schnellen Schritten voranschreitet, ist ein optionales Upgrade durch den Tausch von Batterien mit höherer Leistungsfähigkeit während der Einsatz des eCitaro möglich.

eCitaro Batterie-Module

Die Energieversorgung des eCitaro ist ebenso unkompliziert wie durchdacht: Die Ladung erfolgt an konventionellen Ladesäulen mit Gleichstrom per Combo-2-Stecker. Die europäische Industrie favorisiert den Combo-2-Stecker als Standard. Er ist kommunikationsfähig für eine Ladeleistung bis 150 kW und Stromstärken bis zu 200 A.